28. Juni 2017

Neuer Weltrekordversuch im Barfußlaufen

86 Tage, 12 Wochen über 2.100 km und das alles barfuß egal bei welchem Wetter und egal bei welchem Boden! Dieses Ziel hat sich Psychotherapeut, Heilpraktiker und Schauspieler Aldo Berti gesetzt.

Mit seinem Projekt will der 53-Jährige nicht nur einen neuen Weltrekord im Barfuß laufen aufstellen, sondern dabei vorwiegend Spenden für drei Kinderhilfsprojekte in Deutschland sammeln.

Seit Sonntag den 28. Mai Aldo Berti mit einem Durchschnittstempo von 4,5 Kilometer pro Stunde unterwegs. Er startete auf der Insel Rügen, vom Rügenhotel Sassnitz gegen 10:00 Uhr seine für das „Guinnes Buch der Rekorde“ angemeldete „Barfussweltrekord-Charity-Pilgertour“.

Seine Route geht über Rostock, Wismar, Lübeck, Hamburg, Bremen, Osnabrück, Dortmund, Köln, Bonn, Koblenz, Bacharach, Frankfurt, Fulda, Würzburg, Ulm, Konstanz und Einsiedeln, wo er am 20. August gegen 11:00 Uhr auf dem Klosterplatz vor einer hoffentlich großen Fangemeinde erwartet wird. Der 53 jährige Aldo Berti will damit den Weltrekord aus dem Jahr 2016 übertreffen. Damals lief der 23 jährige Ire Eamon Keavenen in 104 Tagen 2080 km um Irland herum. Das Projekt ist beim „Guiness-Buch der Rekorde“ und beim „Rekord Institut für Deutschland“ angemeldet. Um die Korrektheit seiner Tour zu belegen, wird jeder Kilometer über eine spezielle App getrackt. Zudem dokumentiert der gebürtige Bremer seinen Weltrekordversuch über Zeugen, die ihn stückweise begleiten, über Radio-, TV- und Zeitungskontakte, über die sozialen Netzwerke und über seinen eigenen Blog, in welchem er jeden Tag einen kurzen Tagebucheintrag von seinen eindrucksvollen Eindrücken und Erlebnissen schildert.

Mit dem Barfuß-Weltrekord möchte der ambitionierte Barfußläufer die Friedrich Ludwig Schröder Kinderstiftung, die Radio 7 Drachenkinder aus Hamburg und seine eigene Kindersportförderung für mittellose, talentierte Kinder und Jugendliche unterstützen.

Um den Charity-Projekten am Ende einen möglichst großen Scheck zu überreichen,  lässt er sich jeden Tag von Sponsoren finanzieren. Es gibt Tages-, Wochen, oder Monatspatenschaften und die zahlreichen Hotels und Pensionen, in denen er während der weltweit längsten Barfußreise übernachtet, kommen meist breitwillig für Kost und Logis auf.

Neben dem Charity-Gedanken hat Aldo Berti noch eine weitere Intention, die ihn antreibt weiter Schritt für Schritt barfuß zu gehen. Er möchte Menschen mit seinem Weltrekordversuch dazu zu inspirieren, natürlicher zu leben.  Bevor Aldo Berti mit dem Barfußlaufen begonnen hat, ist er Spenden-Marathons gelaufen. Aus gesundheitlichen Gründen wechselte er vom Marathonlaufen zum Laufen ohne Schuhe. „Mit Schuhen läuft man auf der Ferse, nicht auf dem Vorderfuß. Wenn die Füße nicht im Schuh eingebettet sind, ändert sich die Fußmuskulatur. Das ist gesünder für Gelenke, Muskeln und Sehnen“ erklärt er seine Begeisterung für das Barfußlaufen.

Bei jedem Wetter, bei Sonne und Hitze, bei Regen, Hagel und Sturm geht es seit Ende Mai nun barfuß von dem Norden Deutschlands bis in die Schweiz. Von Morast, über Stock, Stein, Erde, Wurzeln, Schotter und heißem Asphalt müssen Aldo Bertis Füße auf jedem Boden Stand halten.

Verletzungen dürfen nicht abgepflastert oder bandagiert werden. Das ist gegen die Regeln, denn das würde ja dem Barfußlaufen wiedersprechen. In seinem 13 kg schweren Rucksack nimmt er somit keine Pflaster mit, dafür aber Wechselkleidung, Zelt, Isomatte, Schlafsack, Proviant und eine Notfall-Apotheke. Darin enthalten Produkte, die ihm helfen sollen seine Blessuren zu lindern. „Jeden Abend benutze ich meinen Bimsstein und mache ich ein basisches Fußbad von Jentschura, das belebt meine Füße und fördert die Durchblutung. Wenn meine Füße nach längeren Touren am Abend brennen, sprühe ich sie mit Regulat Skin Repair ein – das hilft einfach sofort. Die Füße erholen sich und wunde Stellen, Schnitte oder Aufschürfungen  werden desinfiziert und regenerieren sich spür- und sichtbar. Anschließend verwende ich UHU Sekundenkleber um offene Wunden zuzukleben – das funktioniert wunderbar als Pflasterersatz“ berichtet der charismatische Therapeut, der durch das jahrelange Barfußlaufen wahrlich eine Ledersohle hat.

Trotz der guten Vorbereitung läuft Aldos Weg nicht immer glatt. Es gibt Tage da werden dem Barfußläufer im wahrsten Sinne des Wortes Steine in den Weg gelegt.  Am 04. Juni, an einem Tag in dem er durch starken Hagel wandern musste, knickte er beispielsweise mit dem linken Fußgelenk um und kam von da an nur spärlich voran. Auf Grund starker Schmerzen musste in den nächsten Tagen folglich der Schongang eingelegt werden und er konnte deutlich weniger Kilometer zurück legen als eigentlich geplant.  Doch selbst das konnte den Mann, für den Schuhe tragen eine Qual ist, nicht von seinem Ziel abhalten. Im Gegenteil! Stattdessen kühlte den Fuß abends im Hotel mit Flaschen aus der Minibar und lies sich am nächsten Tag von zwei Jakobspilgerinnen begleiten, die ihn stützten und ohne die er seine Tagesetappe wohl nicht geschafft hätte.  Seinen positiven Optimismus konnte ihm das schmerzende Gelenk auf jeden Fall nicht nehmen.  Trotz der Qualen kämpfte er weiter – immer das Ziel vor Augen. Und so ging es am 08. Juni aber bereits wieder aufwärts. „Ich glaube zuletzt meinem Leib und Magenmittel von Regulatpro Arthro von Dr. Niedermaier ist es zu verdanken, dass mein Fuß sich sehr gut erholt hat und heute sogar die zum Teil sehr anspruchsvolle Strecke inklusive einem kopfüber Sturz in einem Wald überstanden hat“ schreibt er in seinem Tagebuch auf seiner Seite und postet am nächsten Tag schon wieder Bilder von seinen Füßen bei einer Tagesetappe durch das offene Gelände.

Liest man sich Aldos täglichen Anekdoten in seinem Blog durch, wird schnell klar, Pilgern scheint alles andere als langweilig zu sein.

Wir von der Redaktion sind inspiriert und würden am liebsten sofort im Büro die Schuhe ausziehen. Denn schaut man sich Aldo Bertis positives Gemüt an, sind wir überzeugt, Barfußgehen scheint glücklich zu machen und ist eigentlich auch die natürlichste Sache der Welt.


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